Heute Abend bin ich eingeladen, unser Projekt Bye Bye Plastik  bei einer Zoom-Veranstaltung von Ocean Family zu präsentieren, zusammen mit so wunderbaren Projekten wie oeoo – One Earth-One Ocean e.V.
und rematter.


Die Idee, die hinter Bye Bye Plastik steckt? Was macht und aus? Warum sollte man ehrenamtlich bei uns mitmachen? Wofür werden die Spenden genutzt? Und ich merke wieder einmal, wie wertvoll es ist, am Meer zu leben. Ich gehe am Strand entlang, atme die klare Luft in meine Lungen, stelle mich auf einen Felsen und schaue in die Weite. Stille. Schweigen. Keine Mensch weit und breit. Ich bin alleine mit mir und meinen Gedanken und Gefühlen. In einer Zeit, die seine Herausforderungen birgt…

Seit Anfang des Jahres sind wir eine gemeinnützige Meeresschutzorganisation mit allem Drum und Dran. Ich habe das Projekt 2018 gegründet und habe es seitdem wirklich nach „Lust und Laune“ betrieben. Ohne Druck und Zielvorgaben. So ist die Idee übers Meer nach Deutschland „geschwappt“ und tolle und engagierte Menschen haben bei sich vor Ort ebenfalls ein Bye Bye Plastik Projekt gestartet. Ich habe immer betont, dass wir das alles mit der dänischen „Hygge“ machen, auch wenn wir in Deutschland und dem bekannten Stresstempo in der Gesellschaft unterwegs sind. Wir konnten alle spüren, dass sich da was tut, dass die Menschen sich mehr engagieren, dass sie eine bessere Welt kreieren wollten. Dann kam Corona und alles stand still. Für alle. Im Guten und im Schlechten. Wir haben weitergemacht, wie es halt so ging mit dem kleinen Stückchen Interesse an anderen Dingen als Impfung oder Hygienekonzept. Doch unser Feuer brannte weiter, zumindest ließen wir es nie ausgehen. Wir haben unsere Zuversicht auf den Wandel in uns und im Außen nicht aufgegeben. Seit dem Frühjahr können wir nun „steuerliche Zuwendungen“, wie es so schön heißt, entgegennehmen. Und wir wollen unser Projekt auf ganz Deutschland ausweiten. Ich bin von Anbeginn immer mit dem Motto „einfach machen“ rangegangen und habe mir keinen großen Kopf darum gemacht, wie man nun „richtig“ für sich und sein Anliegen wirbt. Es gibt 600.000 gemeinnützige Organisationen in Deutschland, das weiß ich nun. Und ich weiß auch, dass es für jeden Menschen unfassbar unübersichtlich ist, für was man sich denn so engagieren sollte. „Das was dringlich ist“, hörte ich Stimmen und der Ukraine-Krieg und die Flüchtlingswelle ist sehr dringend. Doch der Krieg verstärkt die Lähmung der Gesellschaft, die mit der Pandemie eingesetzt hat. Sie macht uns noch starrer und raubt uns die letzte Hoffnung auf diese neue Welt, die Besseres verspricht.

Daher kam mir auf dem Granitfelsen stehend und in die Ferne schweifend nur eine Frage: „An was glauben wir“? Glauben wir, dass uns die nächste Corona-Welle überfällt oder glauben wir an den Atomknopf von Putin? Glauben wir, dass das unsere Zukunft ist oder glauben wir an den Wandel? Haben wir Bilder von dem Überleben in Atomschutzbunker im Kopf oder sehen wir saubere Meere, wachsende Wälder und glückliche Menschen (uns eingenommen). Ist es naiv, an die Veränderung und an das Gute zu glauben? Doch was passiert, wenn wir diesen Glauben verlieren?

Mit diesen Gedanken werde ich in meinen heutigen Zoom-Call gehen. Denn ich spüre, dass es aktuell nur um diese Frage geht. Woran glauben wir? Wir haben die Zukunft in unseren Händen. Und unsere Vorstellung davon wird sie gestalten.

Ich glaube, wie schon 2018 zur Gründung unseres Projektes, an saubere Meere, die Lebensraum für unzählige Tierarten bleiben und Nahrungsquelle für uns alle sein werden. Und mit diesem Glauben starte ich meinen Tag und lasse meine Entscheidungen davon leiten. Ja, ich bin ein BELIEVER! Wenn du das auch bist, können wir gemeinsam die Welt verändern!
Lg Steffi