Unverpackt Einkaufen ist eine Lösung

Unverpackt einkaufen ist der Traum vieler Menschen, die bewusst Verpackungsmüll einsparen wollen. Die Anzahl der Möglichkeiten wächst, jedoch gibt es sie noch nicht immer in der Nähe. Was wäre, wenn der Unverpackt-Laden zu Dir in Deinen Ort kommt?


Verpackungsmüll wächst uns über den Kopf

Im Jahr 2020 fielen in Deutschland 3,2 Mio Tonnen Kunststoffverpackungen an. Das sind 38,5 kg pro Bewohner, Kinder eingerechnet. (Quelle: DUHwelt Heft 1/2021 Seite19) Diese Menge ist ziemlich unvorstellbar, da das für einen vierköpfigen Haushalt mit kleinen Kindern die Menge von 154 kg im Jahr ergibt. Dazu kommen jedoch noch alle anderen Verpackungsüberreste aus Papier und Metall.

Während des vergangenen Jahres wurden durch die Lockdowns nicht nur mehr Produkte online bestellt, in Geschäften und auf Märkten durften plötzlich mitgebrachte Gefäße nicht mehr befüllt werden. Inzwischen hat sich diese Situation zumindest im Kreis Plön auf den Märkten weitgehend normalisiert.

Unverpackt reduziert Verpackungsmüll

Ich bin begeistert, dass es immer mehr Unverpackt-Läden in ganz Deutschland gibt. Leider ist dieses Konzept noch nicht flächendeckend. Für viele Interessierte bedeutet der Einkauf in einem Unverpackt-Laden auch weite Wege. Die nächste Möglichkeit von meinem Wohnort aus, befindet sich in Kiel. Das ist dann auch gleich ein besonderer Laden nämlich der erste Unverpackt-Laden in Deutschland. 2014 wurde er von Marie Delaperrière gegründet und wurde für viele zum Vorbild.**

Aber es sind immerhin 18 km bis dorthin. Da ich teilweise in Kiel arbeite, verbinde ich diese Fahrten bei Bedarf mit einem Einkauf dort und kaufe dann auch größere Mengen ein.

Unverpackt – mobil und nah

Vor einiger Zeit habe ich von einem mobilen Unverpackt-Stand gehört, der in Heikendorf (Kreis Plön) auf dem Markt stehen soll. Das hat mich sehr neugierig gemacht und ich habe mich auf den Weg gemacht, um Carola Klems, die hier ihr eigener Chef ist, persönlich kennen zu lernen.

 

An einem Donnerstag Nachmittag besuche ich den Wochenmarkt in Heikendorf an der Kieler Förde. Der kleine LKW mit der Aufschrift „mobil unverpackt“ fällt sofort auf. Es sind bereits Kunden dort, die sich die Produkte in mitgebrachte Gefäße einfüllen lassen. Während meines Gespräches mit Carola Klems bleiben immer wieder Menschen stehen und fragen, wie der Einkauf hier funktioniert.

Das Prinzip ist einfach. Der Kunde bringt ein geeignetes Gefäß mit. Dieses wird gewogen, bzw. die Tara – Funktion der Waage wird genutzt, damit das Gewicht des Gefäßes nicht mit bezahlt wird. Die losen Produkte werden in der gewünschten Menge in das Gefäß eingefüllt – das macht alles Frau Klems. Dann wird erneut gewogen und der Preis ermittelt. Vor dem Einkauf solltest Du einen Einkaufszettel erstellen, damit Du ausreichend Behälter dabei hast. Einige Gläser und auch kleine Papiertüten hat Carola Klems immer als Reserve für ihre Kunden dabei.

Motivation und Idee

Carola Klems aus Grauel im Kreis Rendsburg Eckernförde hat sich nach einem langen Berufsleben in einem ganz anderen Bereich dazu entschieden, noch einmal etwas Neues anzufangen. „In einer Zeit, in der altersübergreifend nach Lösungen der Plastik-Vermeidung gesucht wird, ist die ‚unverpackt‘ Idee ein innovativer, nachhaltiger und lebbarer Ansatz.“

So steht es auf ihrer Webseite. Da Sie von dem Konzept der „unverpackten“ Lebensmittel überzeugt ist, entschied sie sich dazu, den Menschen dieses Konzept bis fast vor die Haustür zu bringen. Zu finden ist der umgebaute kleine LKW an 5 Tagen in der Woche auf unterschiedlichen Märkten in den Kreisen Rendsburg Eckernförde, Dithmarschen und sehr zu meiner Freude seit Kurzem auch im Kreis Plön.

Das Sortiment besteht aus trockenen schüttfähigen Produkten, wie Getreide, Mehl, verschiedenen Sorten Nudeln, Nüssen, Linsen, Bohnen, Kräuter, ausgewählten Süßigkeiten oder Trockenfrüchten und, und, und. *

Es ist erstaunlich, was Carola Klems alles aus ihrem LKW heraus verkauft. Das Sortiment umfasst neben festen Haar- und Körperseifen auch Cremes und Pflegeprodukte.

Es gibt noch weitere Produkte fürs Badezimmer sowie kleine Haushaltshelfer, wie z.B. Bürsten oder Schwämme.

Eine Plastikfrei – Plakette für unverpackte Mobilität

Für dieses Engagement und den Mut, mit diesem tollen Projekt in die Selbständigkeit zu starten, hat Carola Klems eine Plastikfrei – Plakette mehr als verdient. Ich freue mich, dass ich jetzt zwei Anlaufpunkte für einen unverpackten Einkauf habe. Nebenbei kann ich ja auf dem Markt auch noch mein Obst und Gemüse unverpackt kaufen. Da schlage ich gleich mehrere Fliegen mit einer plastikfreien Klappe.

Von meinen Bye Bye Plastik – Kolleginnen auf Sylt weiß ich, dass es auch dort schon einen Unverpackt-Marktwagen gibt. Dieser hat auch schon eine Plastikfrei – Plakette erhalten. Vielleicht gibt es so eine Initiative auch in Deiner Nähe. Lass gern einen entsprechenden Kommentar da, der für interessierte Menschen hilfreich sein kann. Wenn dir der Beitrag gefallen hat, lass mir gern eine Bewertung da.