Bye Bye Plastik DeutschlandPlastik sammelnPlastikmüll

Plastik ist der neue Bernstein! Was Urlauber konkret gegen Plastikmüll am Meer tun können…

Rügen, Mai 2019

Ich war in der letzten Woche zu Besuch auf der Insel Rügen, die sicher viele von Euch kennen.
Und die Strände hier kenne ich als guten Fundort für Bernstein! Besser als Bornholm finde ich!
Da ich sehr gerne Bernstein und auch Fossilien sammle, war ich heute Vormittag unterwegs. Direkt an DEM Strand, an dem wohl die meisten Touristen unterwegs sind: Binz.
Zuvor hatte ich in den Nachrichten-Tickern von einer weiteren Pottwalstrandung in Italien gelesen (die fünfte in den letzten fünf Monaten!), was mich traurig und nachdenklich gemacht hat.

(das ist kein Pottwal!)

Beim Spazierengehen ließ ich meinen Gedanken darüber freien Lauf…. und wurde krass mit der Problematik konfrontiert: Auf nur rund 500 Metern Gehstrecke fanden wir sage und schreibe 323 Stücke Plastikmüll.

 

… und einen Bernstein!

Und unzählige Bernsteinsammler waren mit uns unterwegs, stocherten mit Stöckchen im Spülsaum und suchten kniend den Strandboden ab…
Wir unterhielten uns mit anderen Bersteinsammlern, die ganz erstaunt unsere Plastikmüll-Funde beäugten.

„So viel haben Sie hier gefunden?“, sagten sie erschrocken. „Das haben wir noch nie gesehen!“. „Doch“, erwiederte ich. „Das ist da! Aber Sie schauen dran vorbei. Weil der Bernstein für Sie der Schatz ist, den sie finden wollen. Dafür wird Zeit und Energie aufgebracht. Den Plastikmüll sieht keiner. Oder will keiner sehen!. Der hat keinen Wert.“

Doch für mich hat das aufgesammelte Plastik mehr Wert als der Bernstein. Denn jedes Stück Plastik, das ich am Strand aufsammle, entnehme ich dem Kreislauf. Es kann nicht wieder zurück im Meer landen. Lasse ich es liegen, wird es mit dem nächsten Hochwasser wieder zurück ins Meer getragen und dort wird es von Meeresbewohnern gefressen oder landet als Mikroplastik in der Nahrungskette.

Seit ich mich intensiv mit den Walen beschäftige, seit ich diesen wundervollen Giganten begegnet bin, über sie gelesen und recherchiert habe, seit ich mein Buch „Die Weisheit der Wale“ geschrieben und herausgegeben habe, fühle ich das Meer zu 100%. Ich fühle, wie es leidet, ich fühle wie die Meeresgeschöpfe leiden.

Daher habe ich im Oktober 2018 das Projekt „Bye Bye Plastik“ auf Bornholm gestartet, das jetzt auch in Deutschland seine regionalen Mitkämpfer findet, wie Ihr heir auf der Seite unter den Regionalgruppen findet. MIttlerweile haben in fünf deutschen regionen engageirte Frauen und Männer ein Projekt vor Ort angeschoben und haben sich zum Ziel gesetzt, an Cafés, Restaurants, Einkaufsläden, Kindergärten, Schulen und Institutionen einen „Smiley“ zu verteilen, weil sie sich entschieden haben, auf fünf verschiedenen Arten von Einwegplastik zu verzichten. Der Smiley ist sozusagen das Gütesiegel für „Nein Danke Einwegplastik“ .

 

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