Kommunen können zum Thema Plastikreduktion mit gutem Vorbild voran gehen und in kommunalen Einrichtung und Institutionen einen großen Beitrag im Kopf gegen die Plastikflut leisten.

Bye Bye Plastik möchte Kommunen inspirieren, sich aktiv diesem Thema anzunehmen und im eigenen Verantwortungsbereich tätig und aktiv zu werden.


Bye Bye Plastik Sylt hat wichtige Schritte auf kommunaler Ebene in Gang gesetzt und kann somit Vorreiter und Signalgeber für andere Regionen sein.

Kindergärten

Auf Sylt wurden zwei kommunale Kindergärten mit einem Bye Bye Plastik Smiley ausgezeichnet und folgenden Maßnahmen erreicht:

  1. Bei Veranstaltungen wird auf Mehrweg oder Plastikalternativen gesetzt
  2. In der Kindergartenküche wird vermehrt auf Nachhaltigkeit gesetzt. Wenn das Gemüse verpackt geliefert wird, fragt der Koch beim Lieferanten nach ob es auch unverpackt geht und von einzeln verpackten Eistütchen wurde auf Großverpackungen umgestellt.
  3. Es wird auf Mülltüten in den Mülleimern verzichtet.
  4. Sie verwenden Leitungswasser und alle Trinkbecher sind Mehrweg.
  5. Im Kindergartenbereich wurde für jedes Kind ein Baumwollbeutel für die Wechselsachen angeschafft. Diese durften die Kinder selbst bemalen.
  6. Um Kinder und Eltern weiterhin für das Thema zu sensibilisieren, wurden die Eltern gebeten zu den Geburtstagen ihrer Kinder gesunde Naschis (selbstgebackenen Kuchen, Obstspieße, Gemüseplatten) mitzubringen, sowie bei Zahnbürsten auf die Bambuszahnbürste als plastikfreie Alternative umzusteigen.
  7. Auch die Eltern werden mit ins Boot genommen und bekommen Tipps für eine gesunde und verpackungsfreie Brotdose.
  8. Bei den Veranstaltungen und Elternabenden werden selbst zubereitete Speisen angeboten und komplett auf Mehrweg gesetzt.
  9. Die Biokiste bestehend aus Obst und Gemüse für den täglichen gesunden Nachmittagsnack wird verpackungsfrei geliefert.


Projekte mit Kindern & Müllsammeln

Um die Kinder aktiv in das Thema einzubeziehen, waren sie am Strand zum Müll sammeln und wollen diesen kreativ weiter verwerten. Außerdem wurde mit den Kindern ein kleines Projekt zur Mülltrennung durchgeführt.

Die Pädagogen und Mitarbeiter des dänischen Kindergarten engagieren sich seit langen für einen bewussten Umgang mit der Natur.
Spielerisch lernen die Kleinen wie Müll vermieden wird und wie man sich als Mensch in der Natur verhalten sollte.

Jeden Freitag sind alle Kindergartenkinder auf Wandertour auf der ganzen Insel unterwegs. Bei den Wanderungen sammeln die Kinder Müll auf und wissen ganz genau: Müll gehört in die Tonne und nicht in die Natur! Am Besten gar kein Müll produzieren!


Handlungsempfehlungen für Kommunen

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele haben das Ziel, den Wandel für eine bessere Zukunft zu gestalten.
Dazu gehört es, den nachhaltigen Konsum zu begünstigen (Ziel 12) und das Leben unter Wasser zu bewahren (Ziel 14).

Dafür benötigen wir einen neuen Gemeinsinn mit Esprit: Politik, Gewerbetreibende, Privatleute und Kommunen werden aufgefordert zusammen zu agieren, um in der Praxis Mehrweg zu fördern und Einwegplastik (auch Bio-Plastik) zu reduzieren, Plastikmüll aus der Natur zu entfernen und so das Leben der Meerestiere und unsere eigene Lebensgrundlage langfristig zu sichern.

Kommunen haben viele Möglichkeiten das direkte Lebensumfeld der Menschen zu gestalten und sollen zukünftig mehr Bürgernähe herstellen durch die obengenannten Aktionen. Das Problem von Plastikeinträgen in die Natur ist nur gemeinsam mit der Bevölkerung zu lösen.


7 Top-Handlungsempfehlungen für Kommunen zur Reduktion von Einwegplastik

Unsere Aufforderung  an die Kommunen:

Setzen Sie 2021/2022 ein bis drei dieser 7-Handlungsempfehlungen um!


1.: Leitungswasser trinken fördern:

*In Behörden, Kindergärten, Schulen, Kliniken, Altenheimen, etc.

*Gastronomen über Möglichkeiten aufklären, aufbereitetes Leitungswasser (gekühlt, mit Sprudel) anbieten für eine Wasserpauschale, inkl. Refill. Hier werden wir noch Anbieter recherchieren, von den Wasser-Aufbereitungsanlagen, die auf Sylt in der Gastronomie bereits verwendet werden. *Regelmäßige Berichterstattung dazu in der lokalen Presse

2. Aufklärungskampagne Mehrweg statt Einweg

*Mehrwegbechersysteme wie RECUP oder FairCup und auch z.B. REBOWL über die lokalen Unternehmerverbände anstoßen und konsequent verfolgen. Ab 2023 gibt es eine Bereitstellungspflicht von Mehrweg-Möglichkeiten von größeren Betrieben (über 80 m2 oder bei mehr als fünf Mitarbeitern).

*Belohnung ist ein guter Anreiz: Teilnahme am Mehrwegsystem bis zum bestimmten Zeitpunkt mit einer Presseaktion verbinden.

3. Anreiz schaffen Müll in der Natur, am Strand, am Fluss aufzusammeln

*mit Hilfe von ansprechenden Strandmüllboxen. Mit pfiffigen Cartoons oder Slogans dafür werben. Gleichzeitig die Menschen durch Plakate motivieren weniger Einwegplastik zu verwenden: Denk an deine Trinkflasche für unterwegs (oder „Beachbottle“ nicht vergessen).

4. Orte, die vom Tourismus leben:

Autofreie Anreise belohnen durch

* z.B. Kooperation mit Fahrradverleihen, der Bahn, Schiffsgesellschaften, Busgesellschaften, kulturellen Einrichtungen etc. die einen Rabatt an den autofreien Kunden gewähren in Zusammenarbeit mit Vermietern von Ferienwohnungen und Hoteliers. Hier geht es u.a. um die Reduktion von Mikroplastik durch Reifenabrieb. Reifenabrieb ist der größte Produzent von Mikroplastik!

* Umweltfreundliche Kombiangebote fördern: Mit den „Fahrtziel Natur“-Angeboten, einer Kooperation der Deutschen Bahn AG und den bundesweit drei großen Umweltverbänden, ist bereits die An- und Abreise an die Nordsee klimafreundlich. Buchbar sind die Arrangements im Nationalpark Wattenmeer mit jeweils zwei oder drei Hotelübernachtungen und einem Naturerlebnis-Bausteinen über www.bahn.de.

5. Zigarettenstummel sind zahlenmäßig der meist weggeworfene Plastikmüll weltweit.
Unsere Empfehlung gegen Kippenmüll und für die Sensibilisierung dafür:

*Abstimmaschenbecher (Holzplakat mit Plexiglasbox dran für die Kippenentsorgung) und Kippeninfos

*Kippenmüllbehälter mit Infotafel

*Strandmüllbox mit extra Hinweis für Zigarettenstummel

*Taschenascher ausgeben oder verkaufen

*Fotospots mit Kippenskulpturen oder fotogene smarte Themenwänden mit Hashtag, die zum Fotografieren einladen, um für die Kippenproblematik zu sensibilisieren

6. Aktion Umwelthelden für die Sensibilisierung und der aktiven Umweltsäuberung

*Müllsammelhelfer: sie sammeln zum Beispiel Kippen an Bushaltestellen oder Plastikmüll am Strand, im Wald oder neben Gehwegen ein und werden dafür entlohnt.

Angesprochen werden Vereine, Behindertenverbände, aber auch Schulklassen oder Kindergärten, die dann mit Gutscheinen entlohnt werden. Hier kann die Gemeinde dann Gutscheine z.B. Tierpark oder Schwimmbad kaufen. Unternehmen können natürlich auch Gutscheine spenden und sind ausdrücklich willkommen, sich mit ihren Firmen und Personal an den Cleanups zu beteiligen.

7. Gemeinden sollten einmal im Jahr für Schulen und Kindergärten Umweltaktionen anbieten durch Zusammenarbeit mit NGOs und Verbänden oder Vereinen.

*Recyclingmobil einladen www.mobil-recyceln.de

*Beach Cleanup veranstalten mit anschließenden Monitoring oder einem „Brand Audit“ (dazu ruft die globale Bewegung #BreakFreeFromPlastik auf: https://www.breakfreefromplastic.org/brandaudittoolkit/)

*Umweltaktionen wie Heide-Pflege-Aktionen


FORMULAR: Ja, ich möchte als Kommune inspiriert werden! Bitte kontaktieren Sie mich!


Runder Tisch Meeresmüll vom Bundesumweltamt

Bye Bye Plastik hat im November 2020 an dem dreiteiligen Online-Workshop-Reihe im zum Thema „Kommunale Handlungsoptionen zur Vermeidung von Meeresmüll“ mit dem Umweltbundesamt (Runder Tisch Meeresmüll: www.muell-im-meer.de) teilgenommen. Dabei wurde klar, dass  es noch viel mehr und auch pragmatischere Ansätze zur Vermeidung von Meeresmüll bedarf. Nur wenige Küstenorte wie Rostock oder Eckernförde bemühen sich,  Einwegplastikmüll zu bekämpfen und damit auch den landseitigen Eintrag an Plastikmüll ins Meer zu verringern.

Klare Kante Sylt:
Du und ich für eine saubere Insel

Drei Sylter Institutionen, viele Ideen, kreative Köpfe aus unterschiedlichen Branchen, ein gemeinsames klar definiertes Ziel: Die Natur auf Sylt sauber zu halten.

Projekt. Klare Kante Sylt!

Klare Kante Sylt startete im Frühjahr 2021 mit verschiedenen Projekte für weniger Zigarettenstummel Müll in der Natur

Klare Kante ist ein Zusammenschluss vom Landschaftszweckverband Sylt,  der Sylt Marketing GmbH und Bye Bye Plastik Sylt

Das Projekt-Ziel:    

Müll vermeiden – wo er vermeidbar ist.

Müll aus der Natur entfernen – denn dort gehört er nicht hin.

Müll richtig entsorgen – damit er gar nicht erst in die Natur gelangt.